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Neue Gedenktafel für Otto-Wels-Platz

Feierliche Enthüllung der neuen Gedenktafel. Neben Olde Dibbern und Achim Barchmann sprach auch Unterbezirksvorsitzender Erich Schubert zu den Anwesenden.

Auszüge aus der Rede von Erich Schubert:

Otto Wels (* 15. September 1873 in Berlin; † 16. September 1939 in Paris) wurde als Sohn eines Gastwirts in Berlin geboren. 1891 trat er in die SPD ein und begann gleichzeitig eine Lehre als Tapezierer. Nach Abschluss der Lehre arbeitete er in Berlin, Regensburg und München. Von 1895 bis 1897 leistete er Militärdienst.
Wels besuchte die Parteischule der SPD und begann sich 1906 hauptamtlich politisch zu engagieren. Er wurde für den Verband der Tapezierer gewerkschaftlich aktiv. Von 1907 arbeitete er als Parteisekretär in Brandenburg und gleichzeitig in der Pressekommission des Vorwärts.

Kurz nach der Machtübernahme der NSDAP nach der Reichstagswahl 1933 und der ersten Verhaftungswelle übernahm Wels es für die SPD, die Ablehnung des „Gesetzes zur Behebung der Not von Volk und Reich“ (Ermächtigungsgesetz) zu begründen, welches die nationalsozialistische Diktatur etablierte. Er tat dies trotz der bereits einsetzenden Verfolgung und der Anwesenheit von SA-Männern im Saal mit einer klaren Absage an den Nationalsozialismus am 23. März 1933. In dieser letzten freien Rede im Deutschen Reichstag sagte er:
"Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht." Die Worte, mit denen der Parteivorsitzende der SPD, Otto Wels, Adolf Hitlers Ermächtigungsgesetz in seiner Rede ablehnte, waren bitterer Ernst. Als Wels gemeinsam mit den Abgeordneten der Reichstagsfraktion der SPD am 23. März 1933 den Weg zum provisorischen Tagungsort des Reichstags beschritt, passierte er ein Spalier von johlenden und drohenden SA-Männern.

Trotz der Drohungen der Nationalsozialisten widerstanden die Sozialdemokraten als einzige Partei im Reichstag dem Ansinnen, die Demokratie in Deutschland mit einem Gesetz zu beseitigen aus prinzipiellen Gründen:
"Wir deutschen Sozialdemokraten bekennen uns in dieser geschichtlichen Stunde feierlich zu den Grundsätzen der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit, der Freiheit und des Sozialismus. [...] Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten. [...] Das Sozialistengesetz hat die Sozialdemokratie nicht vernichtet. Auch aus neuen Verfolgungen kann die deutsche Sozialdemokratie neue Kraft schöpfen. Wir grüßen die Verfolgten und Bedrängten. Wir grüßen unsere Freunde im Reich. Ihre Standhaftigkeit und Treue verdienen Bewunderung. Ihr Bekennermut ihre ungebrochene Zuversicht - verbürgen eine hellere Zukunft."

 

 

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